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Im letzten Monat habe ich drei Wochen in der spanischen Hauptstadt Madrid verbracht. Die Reise war vorwiegend als Urlaub gedacht, jedoch habe ich auch einen Spanischkurs in einer Sprachschule gebucht, um meine Kenntnisse in der Landessprache zu verbessern und mich im Alltag besser verständigen zu können.

Urlaub in MadridDer Direktflug nach Madrid startete in Frankfurt, als Fluggesellschaft habe ich die chilenische LAN Airlines gewählt, da diese täglich zu einem günstigen Preis Flüge anbieten. Die Preise liegen meist unter denen der Billigfluggesellschaften, gleichzeitig bietet LAN auch ein Entertainmentsystem und freie Getränke und Speisen an Bord an. Nach der Landung habe ich ein Taxi zu meiner Unterkunft genommen, einer WG mit einem echten Spanier. Taxis kosten bis ins Stadtzentrum etwa 30 Euro, wer eine günstigere Möglichkeit sucht, sollte die Metro benutzen. Diese fährt bis 01:30 nachts und der Fahrpreis beträgt lediglich 2 Euro, von dieser Möglichkeit habe ich beim Rückflug dann auch Gebrauch gemacht.
Gewohnt habe ich am Puerta de Toledo, das sich im Südwesten am äußersten Rand des Stadtzentrums befindet. Von hier aus kann man direkt mit der Metro alle wichtigen Ziele in der Stadt innerhalb von maximal 20 Minuten erreichen, aber auch zu Fuß braucht man zu kaum einem Ziel mehr als 45 Minuten. Eine Fahrt mit der Metro kostet einen Euro, wer noch günstiger fahren möchte, sollte am Schalter nach einer Zehnerkarte fragen, auf spanisch "diez viajes". Die an vielen Metrostationen vorhandenen Fahrkartenautomaten beherrschen zum Glück auch die deutsche Sprache, so kann man auch unkompliziert am Automaten bezahlen.

Wer sich wie ich nicht länger als drei Wochen in der Stadt aufhält, findet im Stadtzentrum genug Sehenswürdigkeiten, um sich in dieser Zeit zu beschäftigen. Das Zentrum, in dem man alle paar Meter auf eine neue Attraktion stößt, wird vom Palacio Real im Westen und vom Parque del Buen Retiro im Osten begrenzt. Wer sich zum erstenmal mitten in die Stadt begibt, sollte am besten an der Metrostation "Sol" aussteigen. Der Name "Sol" bedeutet auf deutsch Sonne und symbolisiert wohl, dass dies der zentrale Punkt der Stadt ist. Hier befindet sich das Rathaus (spanisch: Ayuntamiento) und viele wichtige Einkaufsstraßen gehen sternförmig von dem Platz ab. Einer spanischen Legende nach orientiert sich die Vergabe von Hausnummern in ganz Spanien an diesem Platz, die niedrigsten Nummern liegen stets in Richtung "Sol". Ein anderer wichtiger Brauch, den ich zwei Jahre zuvor bei einem kurzen Besuch in Madrid bereits erleben durfte, findet hier an Silvester statt. Eine riesige Menschenmenge sammelt sich auf dem Platz selbst und den umliegenden Straßen an, um Punkt Mitternacht schlägt die Rathaus-Uhr dann zwölfmal. Bei jedem Glockenschlag essen die Spanier und Touristen dann jeweils eine der zwölf Trauben, die sie zu diesem Zweck mitgebracht haben. Auch wenn es sich einfach anhört, ist es doch gar nicht so einfach, innerhalb kürzester Zeit zwölf Trauben in den Mund zu bekommen.
Nach dem Besuch des "Sol" habe ich mich am Rathaus rechts gewendet und bin von dort aus zum Plaza Mayor gegangen, dem anderen zentralen Platz der Stadt. Solch einen Platz gibt es in vielen spanischen Städten, der in Madrid gilt jedoch als der schönste. Der imposante Platz ist rechteckig und an seiner breiten Seite fast 130 Meter lang. In seiner Mitte befindet sich eine bronzene Reiterstatue von Philipp III., einem spanischen König aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem Platz findet man fast immer eine Vielzahl von Künstlern, von Musikern aller Art bis hin zu lebenden Statuen. Hier sollte man jedoch auch besonders auf seinen Geldbeutel achten, den an diesem besonders touristischen Platz registriert die Polizei täglich etliche Taschendiebstähle.
Ein Ort in der Stadt, der mich besonders fasziniert hat, war der Parque del Buen Retiro. Dieser riesige Erholungspark, der sich im Osten der Altstadt befindet, wird insbesondere an den Wochenenden von den Spaniern besucht. Mitten im Park befindet sich ein kleiner See, auf dem man mit Ruderbooten fahren kann (etwa 4 Euro für 45 Minuten). Besonders faszinierend ist die Gestaltung des Parks, die sich alle 100 Meter komplett ändert. Von großen Wiesenflächen bis hin zu labyrinthartigen Bereichen findet sich hier alles. Bei meinem zweiten Besuch habe ich dann im Süden des Parks auch einen Rosengarten entdeckt, in dem unzählige Arten der Blumen angepflanzt werden. Außerdem befindet sich darin noch ein Gymnasium und mehrere Sportanlagen, insbesondere Fußball- und Tennisplätze.
Wer sich wie ich auch für Museen interessiert, findet in Madrid gleich drei Institutionen von Weltruhm. Am bekanntesten ist das Prado, daneben gibt es noch das Centro de Arte Reina Sofía mit hauptsächlich modernen Kunstwerken und das Thyssen-Bornemisza. In die beiden erstgenannten Museen kommt man an Sonntagen und unter der Woche meist auch ab 18.00 Uhr gratis herein, das letztgenannte kostet leider immer Eintritt, lohnt sich aber eindeutig auch. Das Prado enthält viele Kunstwerke von Weltruhm und stellt auch Bilder deutscher Künstler wie beispielsweise Hieronymus Bosch und Albrecht Dürer aus, der Fokus liegt jedoch auf spanischen Malern, insbesondere Goya und Velázquez. Das Gebäude selbst gilt vielen übrigens auch schon als Kunstwerk. Nach dem Besuch im Museum sollte man auch noch kurz einen Blick in die benachbarte Kirche "Iglesia de los Jerónimos" werfen, die lange Zeit das bevorzugte Gotteshaus der spanischen Könige war. Im Reina Sophia werden wie bereits gesagt eher moderne Werke ausgestellt, das Vorzeigeobjekt ist hier das riesige Bild "Guernica" von Picasso.
Besonders interessant fand ich auch die Gran Via, deren interessanter Bereich am Plaza de España startet. Von hier aus kann man der Straße quer durch die Stadt folgen, bis man sich schließlich fast wieder am Parque del Buen Retiro befindet. Auf dieser Straße befinden sich fast alle wichtigen Theater in Madrid, zudem auch Niederlassungen der meisten bekannten Geschäfte.
Zusammengefasst kann ich sagen, dass Madrid nicht nur auf Grund der unzähligen Attraktionen, die es zu bieten hat, ein ganz besonderes Reiseziel für mich ist. Auch die freundliche und weltoffene Mentalität der Spanier hat meine Reise dorthin zu einem tollen Erlebnis gemacht, an das ich gerne zurückdenke. Jedem Urlauber kann ich empfehlen, diese Stadt wenigstens kurz zu besuchen und einmal das Flair der "spanischsten Stadt in ganz Spanien" zu erleben.

Sabine